Stell dir vor: Dein Kunde ruft an und fragt, warum seine Webseite offline ist und du weißt von nichts. Genau das ist mir passiert. Heute bin ich der erste, der von einem Ausfall erfährt. Mit Uptime Kuma überwache ich 18 Webseiten gleichzeitig und bekomme binnen Sekunden eine Telegram-Nachricht, wenn etwas nicht stimmt. Das Beste daran: Die Lösung läuft auf einem alten Mini-PC, der sowieso bei mir herumstand.
Der Anruf, den kein Webentwickler bekommen möchte
"Hey Magnus, meine Webseite ist down!" Das war nicht der Anruf, den ich beim Frühstück bekommen wollte. Besonders unangenehm war es, weil ich selbst noch gar nicht wusste, dass es ein Problem gibt und seit wann. Genau das ist mir aber in der Vergangenheit schon passiert und leider nicht nur einmal. Mein Hosting-Provider hatte seltene, aber eben doch vorkommende Serverausfälle. Und ich erfuhr davon erst durch meine Kunden.
Klar, ich hatte ein Monitoring-System. Der Server schickte mir brav E-Mails, wenn etwas nicht stimmte. Nur: Wenn der komplette Server offline ist, kann er schlecht E-Mails verschicken. Tja.
Zum Zeitpunkt, zu dem ich diesen Artikel schreibe, bin ich für 18 verschiedene Webseiten verantwortlich. Ich brauchte dringend eine bessere Lösung. Eine, die unabhängig von meinem Hosting-Provider funktioniert und mich sofort informiert.
Die Lösung lag schon bereit
Die Antwort fand ich in Form eines verstaubten Raspberry Pi 2, der bei mir zuhause bereits im Netzwerk hing, um Werbung zu blocken. Dieser alte Minicomputer sollte jetzt mein persönlicher Webseiten-Wächter werden – immer online, immer wachsam, komplett unabhängig von meinen Webservern und ohne den x-tausendsten Abo-Service abschließen zu müssen.
Die Wahl der Software-Lösung fiel auf Uptime Kuma, ein Open-Source-Monitoring-Tool, das genau für solche Szenarien entwickelt wurde. Der Pi hatte neben dem Werbeblocker noch genug Rechenkapazität übrig. Perfekt für ein 24/7-Monitoring-System.
Die Idee: Alle fünf Minuten prüft Uptime Kuma jede meiner Webseiten per HTTPS-Request. Das hat einen schönen Nebeneffekt: Ich überwache nicht nur die Erreichbarkeit, sondern stelle gleichzeitig sicher, dass die automatische SSL-Zertifikatserneuerung funktioniert. Wird aus irgendeinem Grund ein abgelaufenes Zertifikat nicht erneuert, merke ich es sofort.
Der Stolperstein: Alte Hardware, neue Software
Die Installation von Uptime Kuma ist eigentlich ziemlich einfach, wenn man nicht gerade einen alten Raspberry Pi 2 mit ARM-32-Bit-Architektur (armhf) nutzt. Das Problem: Uptime Kuma braucht die Komponente NodeJS. Das wird aber für die alte Prozessorarchitektur nicht mehr im Standard-Repository angeboten. Es sah so aus, als wäre die Software zu neu und mein Raspberry zu alt.
Aber so leicht gebe ich nicht auf. Nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass NodeJS.org immer noch eine offizielle Version anbietet, ich musste sie nur manuell installieren. Der Rest der Installation von Uptime Kuma lief danach wie geschmiert.
Ein zweites Problem zeigte sich erst im Betrieb: zu viele Fehlalarme. Meine anfängliche Konfiguration war zu aggressiv. Jeder kleine Netzwerk-Timeout löste sofort einen Alarm aus. Die Lösung: Uptime Kuma muss jetzt mindestens zwei fehlgeschlagene Versuche registrieren, bevor es Alarm schlägt. Seitdem ist Ruhe. Nur echte Probleme werden gemeldet.
Telegram statt E-Mail: Sofort-Benachrichtigung auf dem Handy
E-Mail-Benachrichtigungen sind gut, aber nicht gut genug. Wer checkt schon alle fünf Minuten seine Mails? Deswegen setze ich für die Benachrichtigungen auf Telegram. Schnell einen eigenen Bot aufgesetzt, mit Uptime Kuma verbunden, und schon habe ich Push-Nachrichten direkt auf dem Handy. Egal ob ich am Schreibtisch sitze, in der Bahn, beim Einkaufen oder abends auf der Couch… Wenn eine Webseite down ist, weiß ich es sofort.
Der Praxistest: Es funktioniert, aber manchmal zu gut
Das System läuft seit Dezember stabil. Der erste "Ernstfall" war dann auch gleich ein Kuriosum: Mein heimisches Internet hatte einen kurzen Aussetzer. Prompt meldete Uptime Kuma nach der Wiederverbindung: "Alle 18 Webseiten waren offline!" Natürlich – ohne Internet kann mein Raspberry keine Webseiten erreichen. Das System funktioniert also genau wie es soll.
Der erste echte Ernstfall ließ nicht lange auf sich warten. Eine Kundenseite bei einem externen Hoster ging offline. Die Telegram-Nachricht kam sofort. Ich konnte direkt beim Hoster anrufen und das die Webseite ging innerhalb von Minuten wieder online. Problem gelöst, Kunde glücklich, ich entspannt.
Was ich gelernt habe: Ruhe ist unbezahlbar, muss aber nicht teuer sein
Dieses Projekt hat ein nerviges Problem gelöst, das ich hatte. Ich muss jetzt nicht mehr alle paar Stunden nervös meine Webseiten checken. Ich weiß: Wenn etwas nicht stimmt, erfahre ich es sofort.
Die Kombination aus altem Raspberry Pi 2 und moderner Monitoring-Software zeigt: Man muss nicht immer die neueste Hardware haben. Oft reicht es, vorhandene Ressourcen clever zu nutzen. Mein Pi 2 mag alt sein, aber für diese Aufgabe ist er perfekt. Stromsparend, lautlos, zuverlässig.
Deine Webseite verdient auch einen Wächter
Du betreibst eine Webseite oder hostest sogar selbst? Du willst bei möglichen Ausfällen sofort benachrichtigt werden? Dann brauchst du ein unabhängiges Monitoring-System.
Und dafür reicht schon ein alter Raspberry Pi oder eine kleine Instanz auf einem zweiten Server. Die Einrichtung ist in höchstens einer Stunde erledigt. Die Ruhe, die du dadurch gewinnst, ist unbezahlbar.
Stehst du vor einer ähnlichen Herausforderung?
Brauchst du Hilfe bei der Einrichtung deines eigenen Monitoring-Systems? Oder suchst du jemanden, der sich komplett um das Hosting und die Überwachung deiner Webseite kümmert? Lass uns reden!